• 20 Jahre Frankreich-Austausch: Eine Freundschaft auf vier Säulen

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Nachrichten

20 Jahre Frankreich-Austausch: Eine Freundschaft auf vier Säulen

Klassische Musik erklingt im Salle de Conférence, dem Versammlungsort der Schule, es wird gesungen, getanzt und natürlich fehlen auch die würdigenden Reden nicht. Mit einem ausführlichen Festakt haben das Hannah-Arendt-Gymnasium (HAG) und die Institution Rey am Mittwoch, 2. April, das nunmehr 20-jährige Bestehen ihres Austauschprogramms gefeiert. Auch HAG-Schulleiterin Silvia Bethe war zu diesem Anlass in die Normandie gereist.

Eine Foto-Collage erhielten die Gäste als Erinnerung an das 20-jährige Bestehen von ihrer französischen Partnerschule. // Collage: Institution Rey, Foto: S. Sell

Schulleiter Jean-Michel Radenac und Schulleiterin Silvia Bethe feiern 20 Jahre Schüleraustausch zwischen Hannah-Arendt-Gymnasium und Institution Rey. // Foto: Vanessa Druel

Auch ein Ausflug nach Paris stand für die HAG-Schüler auf dem Programm. // Foto: J. Kassing-Kröger

Während des Festaktes zum 20-jährigen Bestehen des Schüleraustausches zwischen dem Hannah-Arendt-Gymnasium und der Institution Rey wird musiziert. // Fotos: Vanessa Druel

Gemeinsam mit ihrem französischen Amtskollegen, Directeur Jean-Michel Radenac, betonte sie die Bedeutung nicht nur der deutsch-französischen Freundschaft, sondern das ganz konkrete Zusammenkommen und den Austausch der Schülerinnen und Schüler miteinander. Bethe hob dabei vier Säulen heraus, auf denen der Austausch beruhe. Die Überzeugung der jeweiligen Schulleitungen gehöre dazu, insbesondere aber auch die Freundschaft und das Engagement der Lehrkräfte sei eine weitere dieser tragenden Säulen.

20 Jahre ist es her, dass Catherine Arndt auf deutscher und Catherine Flavigny, gefolgt von Brigitte Vanderspelden, auf französischer Seite einen Austausch zwischen ihren jeweiligen Schulen initiiert haben. 20 Jahre, in denen von da an alle zwei Jahre Gasteltern Schülerinnen und Schüler aus dem jeweils anderen Land aufgenommen und ihre eigenen Kinder auch in die rund 800 Kilometer entfernte Austauschstadt geschickt haben. Bois-Guillaume, dort befindet sich das französische Oberstufengymnasium Institution Rey, liegt nah an Rouen, der Hauptstadt der Normandie, aber auch direkt neben der Barsinghäuser Partnerstadt Mont-Saint-Aignan.

So ist auch in diesem Jahr eine 21-köpfige Reisegruppe mit Schülerinnen und Schülern aus dem 9. und 10. Jahrgang in Begleitung der Lehrkräfte Johanna Kassing-Kröger und Hannah Festerling nach Frankreich aufgebrochen. Auf französischer Seite organisierten Marie Biron und Emmanuel Seutre den Austausch. Bereits im November waren die französischen Schülerinnen und Schüler in Barsinghausen. Nun stand zum runden Geburtstag der Gegenbesuch an. „Die Gastfreundschaft, die wir hier erfahren dürfen, ist jedes Mal wieder beeindruckend“, betont Lehrerin Festerling. In Bethes Rede ist genau diese Gastfreundschaft die dritte tragende Säule. „Ohne die Familien könnte es diesen Austausch nicht geben“, betonte sie. Eine ganze Woche verbrachten die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Gastfamilien. Nach dem ersten Kennenlernen am Donnerstag nahmen sie am Schulbesuch teil, unternahmen aber auch eigenständig etwas mit ihren Familien auf Zeit: Besuche in Versailles, einen Ausflug zum Mont-Saint-Michel oder nach Dieppe und Étretat ans Meer. Gemeinsam in der großen Gruppe mit insgesamt 42 deutschen und französischen Austauschteilnehmern ging es nach Honfleur zur Seine-Mündung, wo auch das Sportprogramm, etwa Stand-up-Paddling, eine Katamarantour oder Kite-Fliegen am Strand, nicht zu kurz kam.

Bevor am Mittwoch schließlich der Festakt in den Mittelpunkt rückte, ging es am Dienstag für die deutsche Gruppe einen Tag nach Paris. Montmartre, die Champs-Élysées, eine Bootstour auf der Seine, der Arc de Triomphe und einiges mehr standen auf dem Programm. „Paris ist schon eine der beeindruckendsten Städte, die ich je gesehen habe“, zeigt sich die 14-jährige Charlie begeistert. „Besonders der Ausblick vom Arc de Triomphe über die ganze Stadt ist großartig.“

Doch auch Rouen hatte einiges zu bieten. Schon eine gewisse Tradition hat ein Besuch im Historial Jeanne d’Arc; der französischen Nationalfigur wurde in Rouen dereinst der Prozess gemacht. Im Musée des Beaux-Arts sahen die Schülerinnen und Schüler impressionistische Bilder, in der „Stadt der 100 Kirchtürme“ kam man auch nicht umhin, zumindest die Kathedrale näher in Augenschein zu nehmen. Ganz nach französischer Manier tauschten sich Bethe und Radenac beim gemeinsamen Mittagessen mit Blick auf die Kathedrale über die Verschiedenheiten der Schulsysteme, die Gestaltung der Oberstufe, aber auch Herausforderungen wie Inklusion aus. Übersetzungshilfe leisteten Biron und ihre deutsche Kollegin Kassing-Kröger: „Ich kam bei dem intensiven Gespräch kaum zum Essen“, berichtet Kassing-Kröger hinterher schmunzelnd.

Der Festakt im festlich mit deutschen und französischen Fähnchen geschmückten Konferenzsaal bot dann wahrlich einen gut gefüllten Abschlussabend. Anwesend war auch Mitbegründerin Flavigny, heute Bürgermeisterin von Barsinghausens Partnerstadt Mont-Saint-Aignan. Neben den Reden der beiden Schulleitungen hatten französische Schülerinnen und Schüler der Abschlussklasse – die vor zwei Jahren ebenfalls am Austausch teilnahmen – den musikalischen Rahmen vorbereitet. „Das war richtig gut, vor allem das Geigenspiel“, sagt die 14-jährige Klara bewundernd. Doch auch die deutschen Gäste hatten beeindruckende Programmangebote im Gepäck. Die „Rouen-AG“ des HAG hatte einen Film über Barsinghausen produziert, ein weiterer Film stellte das HAG und den Französisch-Unterricht in der deutschen Schule vor. „Die Filme waren auch richtig gut“, sagt Jarne, 14. Der Literaturleistungskurs der französischen Schule rezitierte von Montaigne über La Fontaine bis Reinhard Mey Texte über die Freundschaft, die deutsche Gruppe bedankte sich mit einem deutsch-französischen Lied und einem einstudierten Tanz. „Den haben wir noch auf der Hinfahrt geprobt, wenn wir Pause gemacht haben. Auf den Autobahnraststätten in Belgien. Da haben einige LKW-Fahrer ganz schön geguckt“, berichten sie lachend. Am Donnerstag ging es schließlich mit vielen neuen Eindrücken wieder zurück nach Deutschland. Das Fazit der Schüler ist eindeutig: „Wir können das nur empfehlen und geben das auch an die Jüngeren weiter: Wenn ihr die Möglichkeit habt, nutzt sie und nehmt an einem solchen Austausch teil!“ Diese Offenheit der Schülerinnen und Schüler beschrieb Bethe in ihrer Festaktrede als vierte tragende Säule: „Sie lassen sich auf ein unbekanntes Abenteuer ein, haben den Mut, fremde Menschen zu empfangen und zu besuchen und die Offenheit, daraus Freundschaften entstehen zu lassen. Die erste Schülergeneration, die 2005 teilgenommen hat, ist inzwischen Mitte dreißig! Es sind Erwachsene, die eigene Familien haben und im Berufsleben stehen – die das heutige Deutschland und Frankreich mitprägen und ihre Erfahrungen aus dem Schüleraustausch in ihr Leben mitgenommen haben.“ Als Gastgeschenk überreichte die deutsche Gruppe eine Erinnerungsplakette zum 20-jährigen Austausch. Als Erinnerung nimmt die Gruppe eine Fotocollage auf Leinwand mit. „Es war auch in diesem Jahr ein tolles Programm und eine tolle Gruppe zu diesem besonderen Anlass“, resümiert Kassing-Kröger und richtet einen Dank an den Schulverein, den Europaverein und das Deutsch-Französische Jugendwerk, die den Austausch unterstützen. Nur einen Kritikpunkt muss der 14-jährige Theo nach dem Probieren eines Tatare de Boeuf dann doch noch loswerden: „Also, das rohe Fleisch, das brauche ich zuhause nun wirklich nicht.“